Ein Wochenende in Meran und Bozen

Italienisches Flair, gemischt mit einer urig-alpenländischen Gemütlichkeit und das alles in einer traumhaften Berglandschaft, mit mediterran angehauchtem Klima, Obst- und Weinplantagen und dazwischen uralte Burgen und Schlösser. Das ist für mich Südtirol, das mich immer wieder für einige Tage in seinen Bann zieht.

Panorama auf dem Penser Joch (2.211 Meter)
Panorama auf dem Penser Joch (2.211 Meter)

Von Süddeutschland aus sind es wenige Autostunden bis nach Bozen, denn der direkte Weg führt über Innsbruck und die Brennerautobahn. Routen abseits der Autobahn sind landschaftlich anspruchsvoller und machen so bereits die Anreise zum Urlaubserlebnis. Von Vipiteno (Sterzing) aus bietet sich das 2.211 Meter hohe Penser Joch als Alternative zur Autobahn nach Bozen und als Rastplatz mit tollem Rundumblick an. Nach Meran führen mich die Wege über den Jaufenpass oder auch über das 2.509 Meter hoch gelegene Timmelsjoch. Über den Reschenpass geht es vorbei an den gefluteten Dörfern des dort angelegten Stausees, wo noch heute der versunkene Kirchturm von Graun aus dem Wasser ragt. Die Straße führt weiter durch Südtiroler Obst- und Weinbaugebiete und zahlreiche Dörfer, bis ich mich in den von großen, alten Bäumen gesäumten Straßen inmitten der prächtigen Villen am Rande von Meran wieder finde.

Erfrischung in Meran
Erfrischung in Meran

Mein Spaziergang durch Meran beginnt auf dem großen, neu gestalteten Platz vor der Meraner Therme. Entspannung und Abkühlung finde ich dort an den begrünten Stufen, wo das kristallklare Wasser zum Verweilen einlädt und für Abkühlung sorgt, während ich mir barfuß meinen Weg über die rauen Steine durch die Strömung bahne. Von den Stufen aus genieße ich auch das tolle Panorama der Flusspromenade mit dem prächtigen Kurhaus und den Südtiroler Bergen im Hintergrund, bevor ich über den Fußgängersteg in die Innenstadt schlendere. Dort warten zahlreiche Stände mit Obst, Gemüse, Süßigkeiten und natürlich Souvenirs auf zahlreiche Besucher. Einen Espresso trinke ich, wie für Italien üblich, an der Bar eines Cafés, während ich freundlich auf Südtirolerisch begrüßt werde. In der Laubengasse, die ebenfalls einen tollen Blick zwischen den Häuserfassaden auf die Berge lässt, reihen sich wiederum Geschäfte mit Wanderausrüstung, Boutiquen und kleine Kneipen aneinander, bis ich schließlich an dem kleinen Domplatz mit den Schatten spendenden Bäumen und den Marktständen ankomme.


Von dort aus führt mein Weg weiter denn Wegweisern nach zum Steinernen Steg, einer Steinbogenbrücke über den Fluss etwas außerhalb der Altstadt. Ich laufe durch ruhigere Gassen im hinteren Teil der Altstadt und bewundere das große Graffiti an einer Mauer, sowie die vielen kleinen Details an den umliegenden Häusern. Vom Steinernen Steg aus gehe ich am Fluss entlang durch die Parkanlage zurück zum Ausgangspunkt.

Via Labers
Via Labers

Bozen liegt nur knappe zwanzig Fahrminuten von Meran entfernt, sodass noch etwas Zeit bleibt, die Aussicht über die Stadt und die Weinberge von der Via Labers aus zu genießen. Besonders schön finde ich diesen Platz in den frühen Abendstunden, wenn die Sonne die umliegenden Hänge golden beleuchtet. Folgt man der Straße weiter, gelangt man außerdem nach einigen weiteren Gehmetern zum Fragsburger Wasserfall, den ich aber nun hinter mir lasse.

Am späten Nachmittag komme ich in Bozen an. Nach etwas Entspannung im Hotelgarten suche ich nach dem typischen Bozener Flair auf dem Waltherplatz, beziehungsweise der Piazza Walther, inmitten der Stadt, benannt nach Walther von der Vogelweide und wie so vieles hier in Südtirol zweisprachig ausgeschildert. Cafés und Restaurants beleben die Umgebung und die vielen kleinen abzweigenden Straßen warten auf ihre Erkundung. Nicht vergessen sollte man hier einen Einkaufsbummel durch die Laubengasse, wie auch in Meran, vorbei am Obstmarkt vor dem Torgglhaus. Und natürlich lasse ich mir auch die südtiroler Pizza mit Speck, Zwiebel und Ei nicht entgehen.

Bevor ich die Rückreise aus Südtirol antrete mache ich mich auf den Weg von Bozen aus bergauf auf den Ritten. Die Serpentinenstraße bietet einen tollen Ausblick auf Bozen und die in in der Ferne liegenden Bergketten. In der Ortschaft Ritten biege ich ab in Richtung Lengmoos und Lengstein.

Rittener Erdpyramiden
Rittener Erdpyramiden

Hier gibt es ein seltenes Naturwunder zu sehen: In der Erde eingeschlossene Steine und eine anschließende Auswaschung des Berghanges durch den Regen lassen pyramidenförmige Gebilde entstehen. Verwundert schaue ich mir an, wie diese Erdpyramiden dicht gedrängt die Landschaft bevölkern. Eine kleine Landstraße führt danach weiter über den Ritten hinab in das Sarntal. Von dort aus mache ich noch ein kleinen Abstecher zurück in Richtung Bozen über eine kurvenreiche Straße mit vielen kleinen Tunneln zur Burg Runkelstein, wo sich bereits der Blick in den Innenhof auf die mittelalterlichen Bemalungen lohnt. Mit diesem letzten Eindruck fahre ich zurück, das Sarntal hinauf auf das Penser Joch und trete den Rückweg nach Innsbruck an.