Open Water Diver

Die Unterwasserwelt: eine neue Umgebung, voller Entdeckungen, ungewöhnliche Tiere, bunte Vegetation. Der eine oder andere Schnorchel-Ausflug hat mich neugierig gemacht und ich wollte mitten drin sein, statt nur dabei, an der Oberfläche treibend mit einem stets zu kurzen Schnorchel voller Wasser. So habe ich mich, auf einige Tipps hin, bei der Tauchbasis Schwerelos zu einem „Open Water Diver“ Tauchkurs von PADI, der „Professional Association of Diving Instructors“, angemeldet.

Der Open Water Diver ist der Einstieg in das Sporttauch-Programm von PADI. Das Ausbildungsprogramm besitzt mehrere Stufen, angefangen beim PADI Scuba Diver, also der Tauchausbildung in Begleitung mit einem professionellen Tauchlehrer (Instructor). Nach Abschluss des Open Water Diver bis maximal 18 Meter Tiefe geht es nach den ersten eigenständigen Taucherfahrungen ohne Instructor weiter mit dem Advanced Open Water Diver bis zu einer Tiefe von 30 Metern bis hin zum Master Scuba Diver. Daneben können Spezialfertigkeiten erlernt werden wie die Unterwasser-Navigation, Tieftauchen (bis zur maximalen Sporttauch-Grenze von 40 Metern), Unterwasser-Fotografie und viele weitere. Ausgehend von der Ausbildung zum Divemaster gibt es darüber hinaus die Möglichkeit, professioneller Taucher zu werden und das Hobby zum Beruf zu machen.

Erster Schwimmbad-Tauchgang
Mein Erster Schwimmbad-Tauchgang

Der Open Water Diver Kurs gliedert sich in einen Theorieteil mit anschließender Abschlussprüfung, einen Praxisteil in geschützter Umgebung wie zum Beispiel einem Schwimmbad und vier abschließenden Freiwasser-Tauchgängen in einer offenen Tauchumgebung wie zum Beispiel einem See oder im offenen Meer.

Zur Vorbereitung der Theorie-Inhalte bietet PADI ein Lehrbuch, das recht eingängig zu Lesen ist. Alle Kapitel werden durch Zusammenfassungen und Übungsfragen sowie einigen prüfungsähnlichen Wiederholungsfragen abgerundet. Zusätzlich erhält man beim Kauf des Open Water Diver Manuals einen Schulungs-Film auf DVD, der die Inhalte wiederholt und ergänzt. Alle Theorie-Lektionen werden während des Kurses, normalerweise an den beiden Schwimmbadtagen, noch einmal zusammen mit dem Instructor behandelt, sodass der Abschlusstest mit 50 Mulitple-Choice-Fragen schließlich gut zu meistern ist.

Wie schon erwähnt erfolgt die praktische Ausbildung zunächst im Schwimmbad, in meinem Kurs an zwei Vormittagen. Neben der ersten Taucherfahrung, der Gewöhnung an die Ausrüstung und das Atmen unter Wasser — sicherlich mit die spannendste Erfahrung am Anfang — werden hier verschiedene Übungen gezeigt und durchgeführt. Dazu gehören natürlich das Erlernen der Tarierung, Ab- und Aufsteigen, Ausblasen der Maske (wenn diese voll Wasser laufen sollte), Abnehmen und Wiederaufsetzen der Maske, Wechseln des Atemreglers auf eine alternative Luftversorgung und entsprechende Übungen zusammen mit dem Buddy, also dem Tauchpartner, den man immer dabei hat. Die Übungen werden in kleinen Gruppen nacheinander durchgeführt, sodass für alle Kursteilnehmer ausreichend Zeit bleibt, die einzelnen Fertigkeiten zu erlernen und auszuprobieren. Nach dem ersten Übungstauchgang im flachen Wasser (2 Meter) durfte ich am zweiten Tauchtag im etwas tieferen Becken bei etwa 4 Metern Tiefe auch schon spüren, wie sich der Druck unter Wasser und die Licht- und Sichtverhältnisse verändern.

Nach beiden Tauchtagen im Schwimmbad und der abgeschlossenen theoretischen Prüfung ist der eigentliche Kurs-Teil der Ausbildung bereits geschafft. Für die Brevetierung zum PADI Open Water Diver werden nun noch vier Freiwassertauchgänge zusammen mit einem Instructor benötigt, und dann darf man sich bereits eigenverantwortlich aufmachen, natürlich immer zusammen mit einem Buddy. Im Freiwasser sollen zunächst noch einmal die Übungen aus dem Schwimmbad wiederholt werden und die Tauchschüler erkunden zusammen mit ihrem Instructor zum ersten Mal gemeinsam die freie Unterwasserwelt — Fische und andere Lebewesen sind im Schwimmbad ja eher selten anzutreffen. Die Freiwassertauchgänge können frei gewählt werden, entweder in einem See in der näheren Umgebung oder am weiter entfernten Urlaubsort, mit einem Instructor der eigenen Tauchbasis oder mit einer Überweisung zu einer anderen Tauchbasis. Ich entschied mich für eine dreitägige Ausbildungsfahrt auf die Insel Cres, Kroatien. Diese wird mehrmals im Jahr von der Tauchbasis organisiert und ich so bin ich mit einer ganzen Gruppe von Tauchlehrern, Anfängern, Hobbytauchern und Profis unterwegs, wo ich direkt viele Gleichgesinnte treffe und mich austauschen kann.

Die Fahrt nach Kroatien hat mir sehr viel Spaß gemacht, sowohl die Taucherlebnisse in der tollen Bucht vor Cres bei kristallklarem Wasser wie auch die Nachmittage an der Strandbar und die Abende zusammen mit der Gruppe, die sehr offen ist und in der man schnell Kontakte knüpft. Eine besondere Erfahrung sind die ersten Tauchgänge direkt vom Boot aus: das Anlegen der Ausrüstung direkt am Boot, der anschließende Sprung direkt ins Wasser und das Abtauchen in freier Umgebung, ohne sich am flachen Strand der Hausbucht entlang zu tasten. Zur Orientierung nutzen wir bei den ersten Tauchgängen für den Abstieg erst einmal die Ankerschnur des Bootes, um uns langsam nach unten gleiten lassen. Die Unterwasserwelt selbst bietet ebene Sandflächen und kleine und große Vorsprünge, die mit Gras überwachsen sind, Seegurken, kleine Einsiedlerkrebse, zahlreiche Mönchsfische und sogar große Seespinnen. Doch vielmehr bin ich bei den ersten Tauchgängen noch mit dem Tauchen selbst beschäftigt: Ganz langsames und ruhiges Atmen, trotz der ganzen Aufregung, und das Tarieren unter Wasser, bis hin zu dem tollen Gefühl der Schwerelosigkeit — so als könnte man fliegen. Und was ist schon schöner als Fliegen? Es ist schwer zu beschreiben, deshalb an dieser Stelle die bewegten Bilder für sich sprechen:

Bis zum Open Water Diver Brevet ist es im Grunde kein weiter Weg. Was braucht man nun also alles, damit es losgehen kann?

  • Freilich kommt man um die Theorie-Lektionen nicht herum, doch das Tauchen ist kein ungefährlicher Sport, der wichtige Grundkenntnisse erfordert, die jedoch allesamt eingängig und logisch nachvollziehbar sind, sodass sich mit bewusstem Handeln viele Gefahren und Unannehmlichkeiten vollständig vermeiden lassen. Das Open Water Diver Manuals erklärt alle Lerninhalt verständlich und ausführlich.
  • Ein gewisse körperliche Fitness und Eignung solltet man außerdem mitbringen, die in einer medizinischen Tauchuntersuchung festgestellt werden muss. Darüber hinaus empfiehlt sich, für den Fall der Fälle nach Abschluss des Tauchkurses für das Freitauchen eine Tauchversicherung abzuschließen, da Tauchunfälle, auch wenn sie selten sind, nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen werden. Große Tauchversicherungen sind beispielsweise Aquamed oder DAN.
  • Als Grundausstattung für die praktische Ausbildung sind Flossen, Maske und Schnorchel erforderlich. Alle anderen Ausrüstungsgegenstände können bei der Tauchbasis für den Kurs ausgeliehen werden.

All das bedacht kann das Abenteuer losgehen, und bereits die Ausbildung selbst macht sehr viel Spaß, ebenso wie die ersten eigenen unvergesslichen Erfahrungen unter Wasser!