Birmingham

Mein heutiger Besuch in Birmingham, bzw. „Brum“, wie es seine Bewohner abgekürzt nennen, gestaltet sich zunächst etwas schwieriger als gedacht.

Der Bahnhof liegt unterirdisch und direkt darüber befinden sich zwei große Einkaufszentren. Ich laufe erst einmal mit dem Strom mit und habe nun etwas Mühe, zwischen den vielen Geschäften zum Ausgang zu gelangen. Aber dafür stelle ich am Abend schließlich fest, dass ich nun den Eingang zum Bahnhof nicht mehr finde.

Birmingham selbst hat gerade ein großes Restrukturierungsprogramm für den Stadtkern auf den Weg gebracht, das vor allem die vielen unansehnlichen Nachkriegsbauten durch neue Hochglanzgebäude ersetzen und die Stadt in eine rund um die Uhr pulsierende Metropole verwandeln soll. Der schön gestaltete Victoria Square mit dem Denkmal Queen Victorias und dem Iron Man geben auf jeden Fall schon einen attraktiven Ausblick, auch wenn der imposante Springbrunnen im Moment umgebaut wird.

Mein Weg führt weiter zur neoklassizistischen Kathedrale, die zwar für eine Kathedrale relativ klein ist, dafür aber innen sehr hell und gemütlich wirkt. Vor allem die abgehaltene Chorprobe schafft eine tolle Atmosphäre. Kurioserweise befindet sich direkt in der Kirche ein kleines Café, das heiße Getränke zum Mitnehmen serviert.

Chorprobe in St. Philip's Cathedral
Chorprobe in St. Philip’s Cathedral

Anschließend besuche ich das Jewellery Quarter, wo sich ein Juweliergeschäft an das andere reiht. Mal spezialisiert auf Verlobungs- und Eheringe, mal edler Schmuck für besondere Anlässe oder handgefertigte Designer-Einzelstücke, alles ist zu haben. Teilweise wirken die Straßen schon fast etwas grotesk, wenn sich die einzelnen Händler bei den Angeboten und der glitzernden Auslage gegenseitig überbieten möchten. Interessant ist auch das kleine Jewellery Quarter Museum mit freiem Eintritt.

Birmingham zeichnet sich außerdem durch seine vielen Kanäle aus, auf denen man mit den Narrow Boats Güter durch das ganze Land bis zur Küste verschicken kann. Die Stadt verfügt über mehr Meilen von Kanälen als Venedig. Eine der schönsten Anlagen ist sicherlich Brindleyplace, das heute neben einem kleinen Hafen zahlreiche Restaurants und Kneipen beherbergt.

Das National Sea Life Aquarium lasse ich aus Zeitgründen und wegen der surrealen Preisforderung von über 17 Pfund außen vor. Viel eher lohnt sich da der kleine Abstecher in die Art Gallery, zumal der Eintritt frei ist und es neben zahlreichen Kunstwerken mehrerer Jahrhunderte den Staffordshire Hoard zu sehen gibt, einen einzigartigen Fund einer Sammlung angelsächsischer Schmuckgegenstände.

Den Ausklang des Tagestrips bildet das Bullring Shopping Centre, das auf vier Etagen alles bietet, was das Einkäuferherz begehrt oder auch nicht. Nachdem mich die Security über die Vorschriften des Hauses aufgeklärt hatte, muss ich leider alle Bilder vom Inneren des schön gestalteten Konsumpalastes wieder entfernen und so mache ich mich dann auf den Weg zum Zug nach Crewe.