Am frühen Samstagabend traf sich die deutsche Praktikantengruppe und wir fuhren zusammen zum Bahnhof, von wo aus es direkt weiterging nach Liverpool Lime Street. Als wir um 22 Uhr dort ankamen, waren bereits jede Menge gut gelaunter Menschen in den Straßen der Innenstadt unterwegs und die Party konnte beginnen. Unser erstes Ziel war die Ca Va Bar, ein rustikal eingerichtetes Lokal, dessen Wände von oben bis unten mit Plakaten und Postern von allerlei Musikveranstaltungen beklebt sind. Außerdem gibt es ca. 50 Sorten Tequila zu probieren, von Orange und Pfirsich bis hin zu Kokosnuss.
Ca Va Bar in Liverpool
Eine gute Stunde später verließen wir die Bar und machten uns auf den Weg zum Alma De Cuba. Man muss dazusagen, dass allein der Trubel auf den Straßen schon für die richtige Feierstimmung ausreichen würde, die Leute wirken auf jedenfall wesentlich lockerer und ausgelassener, als man es gewohnt ist. Das Alma De Cuba ist mit Salsa- und Samba-Einflüssen angehauchter stilvoller Club, der, und das macht ihn so besonders, in der 1788 erbauten St. Peter’s Church untergebracht ist. Die Kirche selbst wurde 1978 geschlossen und wird nun als Club und Restaurant genutzt. Anstelle des Altars findet man heute daher an dieser Stelle das DJ-Pult.
Alma De Cuba Club in Liverpool
Nach einer wirklich guten und vor allem rauchfreien Party schloss das Alma schließlich wie alle Clubs in der Stadt gegen 2 Uhr seine Pforten. Die Gruppe machte noch ein Abstecher zu Burger King und schließlich galt es noch, einen kompetenten und vor allem preiswerten Taxifahrer zu finden für die Heimreise nach Crewe, bis wir schließlich um kurz nach 4 Uhr wieder zu Hause waren.
Den sehr sonnigen Sonntag genossen wir im Garten und bei einem Abstecher zur Snugbury Eiscreme-Farm.
Napoli (dpo) – Pizzarr! Der italienischen Polizei ging heute Linguini Caprese alias Riga-Toni in die Farfalle.Der sonst als parmesharmloser Bruschettenraucher und Spaghettieb bekannte Kleinganove versuchte gerade auf arrabbiate Weise, seine Freundin Marinara, ein Gorgonzola-Girl, eiscalzone zu strafunghulieren, weil ihm ihr überheblicher Tonno nicht gefiel.”Sie saß ganz schön in der Carpaccio.
Mit gemischten Gefühlen bin ich nach Stoke-on-Trent gefahren, um meine National Insurance Number zu beantragen. Ich begann jedoch bereits am Bahnhof, der wesentlich gepflegter als der in Crewe ist, an den Worten der Kollegen zu zweifeln, dass ich mich vor den ganzen Junkies in Acht nehmen soll. Bis zum Jobcentre waren es etwa 35 Minuten zu gehen, weshalb ich auf ein Taxi verzichtete. Direkt neben dem Bahnhof gibt es zunächst die Staffordshire University, umgeben vom Studentenviertel und dem recht schön angelegten Stadtpark.
Potteries Einkaufszentrum in Stoke-on-Trent
Der Innenstadt sieht man die Folgen des zweiten Weltkriegs leider deutlich an, zahlreiche Bauten wurden durch günstige 70er-Jahre-Betonensembles ersetzt. Der Besuch beim Jobcentre verlief überraschend reibungslos und die Dame war außerordentlich freundlich.
Emma Bridgewater's Pottery
Ich beschloss noch ein wenig durch die Einkaufsstraßen zu bummeln und stattete auf dem Rückweg zum Bahnhof einer der vielen hier ansässigen Potteries einen Besuch ab.
Einer der Praktikanten veranstaltete ein Abschieds-Barbeque, da seine Zeit bei Bentley zu Ende geht, was für mich eine gute Gelegenheit, die anderen deutschen Praktikanten kennenzulernen. Trotz eines kurzen Regenschauers konnten wir bis spät am Abend im Garten grillen und einige anregende Unterhaltungen und Diskussion führen. Letzteres leider zum Missfallen eines Nachbars, der sich in seinem – wie hier üblich – aus Sperrholz und einer Alibi-Fassade aus Stein bestehenden Haus so gestört fühlte, dass er einigen Kollegen die Fahrradreifen zerschnitt.
Eine Woche nach Arbeitsbeginn erhielten die neuen Praktikanten eine Führung durch die Produktion bei Bentley. Es gibt zwei Produktionslinien für die Continental-Baureihe und für den Mulsanne, auf denen die Fahrzeuge von Hand gefertigt werden. Industrieroboter sieht man hier allenfalls, um den Werkern neue Teile zu reichen. Es gibt zwar ein Fließband, dieses läuft jedoch so langsam, dass man kaum eine Bewegung erkennen kann. Auch die Motoren werden von Hand zusammengesetzt und anschließend einem Testlauf unterzogen. Erst wenn die Maschine einwandfrei läuft kennzeichnet sie der Werker mit seinem Namen und gibt sie zum Verbau in ein Fahrzeug frei.
Wirklich einmalig sind der Woodshop und die Lederabteilung, die neben dem Motorenbau auch für die beiden großen Kernkompetenzen von Bentley stehen. Nicht nur, dass die Hölzer auf Lager teilweise mehr als 80 Jahre alt sind, auch die Art und Weise, wie sie von Hand verarbeitet werden sind bewundernswert. Es dauert 15 Arbeitstage, um alle Holzeinlagen für ein Fahrzeug zu fertigen. Das Furnier wird zunächst als dünne Bahn vom Massivholz abgelöst. Für ein Fahrzeug werden immer zwei benachbarte Bahnen verwendet. Auf diese Weise ist die Musterung auf beiden Seiten des Fahrzeugs entlang der Dekorleisten absolut symmetrisch und läuft am Armaturenbrett nahtlos zusammen. In der Lederabteilung werden in mühsamer Detailarbeit Stickereien aufgebracht, auf Wunsch auch der eigene Name oder spezielle Muster. Außerdem werden Sitze und Lenkräder dort bezogen und geprüft. Bevor eines der großen Lederstücke verwendet werden kann, wird es ausgiebig geprüft und jede Unregelmäßigkeit markiert. Alles, was nicht absolut gleichmäßig und ohne Farbflecken ist, wird nicht verwendet – dazu sei aber gesagt, dass die Qualität dieser Stücke keinesfalls als schlecht zu bezeichnen ist. Auf die Frage, was mit dem Verschnittmaterial geschieht, meinte der Tour Guide, dass es nicht weggeworfen, sondern an andere Verarbeiter verkauft wird und fügte spöttisch hinzu “oder wir schicken es an Aston Martin”.
Abgerundet wurde die Factory Tour durch die hauseigene Ausstellung, die neben dem Speed 8 Le-Mans-Siegerauto von 2003 auch den ältesten existierenden Bentley, den 3 Litre Experimental No. 2, beherbergt.